Samstag, 28. November 2009

Campervan Abenteuer














Nachdem wir von Tauranga in Auckland angekommen waren, planten wir unsere letzte Woche in Neuseeland…eine Campervan-Tour, entlang an den Küsten Neuseelands, war unser Traum..dies alles schien jedoch nicht so einfach (Van finden, Preise aushandeln…), doch es klappte dann doch noch…

Ab Montag mieteten wir uns also dann einen Campervan (einen Van im Zebralook!!) zusammen mit Richi, den wir dann auf dem Weg nach Raglan, die Surferstadt Neuseelands, aufschnappten… mit vollgepacktem Van und lauter Musik kurvten wir durch die Straßen, bis wir in einem süßem, aber leider verregneten Örtchen namens Raglan ankamen.
Da es schon dämmerte, machten wir uns auf die Suche nach einem geeigneten Schlafplatz. Statt BBH-Heft und Hostel-Referenzen, ging es diesmal nur um den besten Blick aufs Meer. Wir landeten schließlich an der Manu-Bay, wo es angeblich die längsten Surferwellen der Welt gibt (meint natürlich lonely planet, in dem aber eh alles immer einmalig und ganz toll ist)..doch diesmal hatte unser Reiseführer recht und somit gab es faszinierende Surfeinlagen zu bestaunen. Auf einem kleinen Gaskocher machten wir Essen(kam selbst hier nicht zu kurz!!) und ließen dann den ersten Abenteuerabend in pinken Klappstühlen ausklingen..
Die erste Nacht in der Natur war überraschend gemütlich (für Lisa eher weniger..bei jedem vorbeifahrenden Auto hatte sie Angst , dass jemand unseren Van aufbricht und uns klaut!), doch die endete abrupt, als jemand um 7h morgens wie wild an unsere Scheibe klopfte - Panik! Es war der Wart von der Umgebung, der uns nett ermahnte, dass Wildcampen rund um Raglan verboten sei.
Morgens beschlossen wir dann, nach einem gemütlichen Frühstück im Van (es regnete immernoch!!), einer kalten Dusche am Strand und einem kleinen Stadtbummel, Richtung Sonne zu fahren- es ging wieder ins Northland, wo wir ganz am Anfang unserer Reise schon mal waren. Die Fahrt zog sich ganz schön, vor allem weil unser Ziel bis zum Ende noch nicht ganz feststand..klar war nur, dass wir an einem schönen Strand übernachten wollten.

Um 19h fanden wir durch Zufall eine kleine Bucht in Matapouri. Sie stand weder im Reiseführer, noch gehörte sie zu einem möglichen Ziel auf der Karte, doch (oder gerade deswegen) gefiel sie uns so gut. Sie war nicht touristisch, sondern eine wunderschöne, einsame Bucht am Pazifik – mit Sonnenschein. Da es jedoch keine Duschen gab, mussten wir nach Ankunft erstmal direkt ins Meer hüpfen. Den Abend ließen wir diesmal bei wunderschönem Sonnenuntergang, vom Meereswasser gekühltem Bier und natürlich leckerem Essen ausklingen.
Die Nacht blieb ungestört und ein wunderbarer Tag lag vor uns.So unberührt die Bucht am Abend unserer Ankunft gewesen war, so belebt wurde sie während des nächsten Tages. Leute aus der Gegend kamen zum (Sonnen-)Baden und wir taten es ihnen gleich.
Richi war so lieb alleine einkaufen zu fahren, sodass wir 2 Mädels den ganzen Tag am Strand liegen, schwimmen und am Strand spazieren gehen konnten. Das Wasser in unserer Bucht war wunderbar klar und wir genossen die Zeit am Meer.
Als wir später an unserem Van saßen und sich die Kiwis aus der Umgebung langsam auf den Heimweg machten, kamen ein paar junge Mädels vorbei, die unser Zebra bewunderten.. Richi ergriff die Gelegenheit und fragte sie, was denn der Spruch auf unserer Heckklappe bedeutete. Den hatten wir zwar gelesen, aber nicht wirklich zu übersetzen gewusst….. die Mädels lachten laut, erklärten uns die Bedeutung – Birga und ich verstanden plötzlich warum uns so viele Jungs auf der Autobahn angehupt hatten…wir hatten da natürlich immer nett zurück gegrinst, weil wir dachten die würden unseren Zebralook toll finden.. doch von wegen…auf unserem Van stand doch tatsächlich: „hupt, wenn ihr ein Ding wie ein Esel habt“..soviel zum Humor von unserem Autovermieter..
Weil es uns so gut in unserer Bucht gefallen hatte, blieben wir eine zweite Nacht.
Richi hatte den Sonnenaufgang am ersten Morgen in Matapouri beobachtet und uns mit seinen Fotos neidisch gemacht, sodass Birga und ich uns für Donnerstagmorgen 5h den Wecker stellten, uns aus dem warmen Schlafsack schälten und den Strand in der Morgendämmerung entlang wanderten.Wir warteten und warteten, hatten die Hoffnung schon aufgegeben, die Sonne aus dem Meer kommen zu sehen, da ein paar Wolken am Horizont zu sehen waren. Doch während wir auf die Steine im Wasser kletterten, lugte ein Stückchen Licht aus dem Wasser.. „Sie kommt!!“ wir waren total euphorisch…es war so schön und ein tolles Gefühl, zu sehen wie die Sonne über dem Meer aufgeht. Wie ein Feuerball tauchte sie aus dem Wasser auf.
Glücklich kamen wir zurück an den Van als die Sonne schon etwas höher stand, legten uns wieder in unsere Schlafsäcke und schlummerten noch ein bisschen. Nachdem wir etwas später zum zweiten Mal aufstanden und am „Frühstückstisch“ saßen, kam ein Kiwi aus Matapouri vorbei. Er lächelte „still here!? It’s your new home?“ ..auch wir lächelten, denn wir fühlten uns so wohl in unserer Bucht, hatten uns schon eingerichtet und ja, ein bisschen war es ein Zuhause.
Doch lockte uns auch der Norden und so räumten wir unseren Van ein und starteten zur Weiterreise nach Paihia. Nach kurvenreichen Stunden, kamen wir zur Mittagszeit in Paihia an. Richi ging gleich los zu einer Cruise durch die Bay of Islands. Da wir Mädels ja schon im September hier segeln gewesen waren, widmeten wir uns stattdessen der Hostelsuche. Wir wollten ungern auf einem Campingplatz schlafen, da es nur einen weiter außerhalb von Paihia gab, und so starteten wir eine Tour von Hostel zu Hostel um uns nach einer „Parkerlaubnis“ zu erkundigen. Unsere Suche schien vergeblich, die Gebühren waren in manchen Hostels übertrieben hoch, andere erlaubten keine Campervans.. etwas frustriert und eigentlich ohne Hoffnung, fragten wir im Bay Adventure Resort. Die Anlage sah schick aus, wir rechneten uns keine Chancen auf eine Erlaubnis aus, und falls doch, so vermuteten wir hohe Gebühren.. der Mann an der Rezeption lächelte.. „20 Dollar“.. für jeden!? ..„No, for the Van and the 3 of you“….Birga war irritiert, fragte nochmal nach. Aber wir hatten richtig verstanden: 20 Dollar für uns drei zusammen! Was für ein perfektes Angebot (vorallem wenn man bedenkt, dass ein Pool und ein Whirlpool und natürlich deren Nutzung inklusive waren , genauso wie ein freiverfügbares Kajak:))!
Wir waren glücklich und gingen gleich los an den Strand. Birga hatte die Idee, sich das Kajak auszuleihen und damit durch die Bay of Islands zu paddeln.. Lisa war da etwas skeptisch, hatte im Kopf nur das Bild wie sie bestimmt kentern würde.. Birga überzeugte und so kletterten wir mit knallorangenen Rettungswesten in 2 schicke „OceanCruiser“ und los gings. Es machte unglaublich Spaß (auch wenn wir gegen starken Wind ankämpfen mussten und so mal wieder fleißig Sport für die Oberarme machten :))! Nach einer Stunde kajaken mussten wir uns erstmal am Strand entspannen und gönnten uns ausnahmsweise mal ein Eis;).
Als wir dann Richi von der Cruise abholten, machten wir einen kleinen Stadtbummel und gingen dann in unseren eigenen Pool. Die Dusche danach kam einem nach 3 Tagen duschen im Meer viel besser vor als sie eigentlich war.
Der Abend konnte beginnen…nach einem sehr deutschen Essen (2.5kg Bratkartoffeln!) kam ein bombastischer Nachtisch mit dem wir alle anderen am Tisch neidisch machten (Kokusnuss, Erdbeeren und Pancakes mit Ahornsirup und Nutella)..um 23h ging es dann ab in die Bars Pahias, wo wir die Tanzfläche zum Beben brachten.

Am nächsten Morgen packten wir ein letztes Mal unseren Van, dann ging es wieder zurück nach Auckland, wo uns eine wunderbare Skyline empfing.

Ein paar wunderschöne Tage lagen hinter uns…es war genau so wie wir es uns erträumt haben…Sonne, Strand, Pazifik und wir in unserem Van…vielen Dank an dieser Stelle an Richi, der sehr tapfer mit unserer Tyrannei umgehen konnte und viel Geduld hatte (auch wenn man die regelmäßig auch bei ihm braucht!).
Bis bald…eure 2 Mädels

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