Hey ihr Lieben,
einige Tage und Abenteuer spaeter gibts mal wieder viel zu berichten.
Am Mittwoch ging unsere Reise an den Lake Tekapo. Dieser See liegt vor dem wunderschoenen Hintergrund der Southern Alps. Auf dem Weg dorthin fuhren wir durch huegeliges Land, braune Berge. Und dann waren ploetzlich die schneebedeckten Spitzen der Southern Alps zu sehen.. beeindruckend. Wir kamen naeher heran, fuhren um die Kurve und vor uns erstreckte sich tuerkisblaue Weite. Das Wasser vom Lake Tekapo schimmert im Sonnenschein ganz tuerkis, weil Staub von den Gletschern hinein gespuelt wird und das Wasser truebt.
Nachdem wir unsere riesen Backpacks (sie wachsen mit jedem Tag...) in Tailor-Made-Backpackers verstaut hatten, ging es los ans Seeufer. Die Sonne schien, der See bildete eine tolle Kulisse und so starteten wir ein Fotoshooting :) Ergebnisse werden bald eingestellt..
Wir wanderten durch das kleine Staedtchen zu einer kleinen, bekannten Steinkirche. Auch hier waren wir einfach beeindruckt von dem Bild das sich ergab.
Zurueck im Hostel, machten wirs uns gemuetlich. Wir hoerten eine knatschige Stimme im Flur...sie erinnerte uns schwer an Ozzy Osbourne....Doch als wir um die Ecke guckten, stand unser Hostel-father da. Ein kleiner knuffeliger Mann, graue wirre Haare, Augenbrauen die wie Antennen zur Seite weg standen. Michael - er sieht aus wie ein Gartenzwerg und ist einfach wunderbar nett.
Wir unterhielten uns ueber Mount Cook, er buchte fuer uns einen Trip.
Alles schien wunderbar - bis Birga unsere NakedbusTouren buchte und sich in einem Datum irrte. Der Bus war fuer Donnerstag statt fuer Freitag gebucht, da es Mittwochabend war, waren die 24h Cancel-Zeit abgelaufen....wir wussten nicht weiter.. Birgas Angst: alleine am anderen Ende der Welt, in dem kleinen Doerfchen Tekapo und keine Moeglichkeit weg zu kommen.
So sassen wir im Wohnzimmer. Birga verzweifelt ueber ihr Ticket, ich traurig weil ich den "atemberaubenden" Sternenhimmel in der "dunkelsten Nacht Neuseelands" sehen wollte, sich aber niemand fand, der raus fahren wollte auf einen Aussichtsberg.
Irgendwann gesellte sich ein anderer Deutscher zu uns,Richard, zusammen wanderten wir ans Seeufer.. tatsaechlich war die Nacht dunkel doch Wolken hingen im Himmel..ohne Sterne aber mit Cookies (wie sollten wir eigentlich jemals ohne Suesses durch den Tag kommen?!) sassen wir also gemuetlich am Seeufer und redeten..
Die Nacht war kurz, frueh ging es los in den Aoraki/Mt Cook National Park. Wolken hingen immernoch vor den Bergen, die Sicht war beschraenkt. Doch es klarte auf, Mount Cook zeigte sich in seiner ganzen Groesse. Es war beeindruckend, vorallem das Bild der sich spiegelnden Berge im Lake Pukaki. Im National Park selbst wanderten wir einige Stunden zwischen Grasland, ueberquerten Haengebruecken, bewunderten Gletscher die blau schimmerten. Wegen einem Felsrutsch und Schneefall waren nicht alle Strecken begehbar, und so sassen wir schon am fruehen Nachmittag im Cafe und warteten auf den Bus zurueck nach Lake Tekapo.
Wieder in unserem Staedtchen dann, ging es ins Touristencenter.. wir brauchten fuer Birga ein Ticket nach Christchurch, denn ihr Nakedbusticket war ja falsch gebucht... nach einigen Telefonaten hielten wir dann ein neues in der Hand und zur Feier des Tages, dass sich Pech doch manchmal zu Glueck wandelt, entschieden wir uns, uns eine Pizza zu goennen :) der Weg von Pepe's Pizzeria zum Hostel ging ploetzlich ganz schnell, der Hunger trieb uns nach Hause. Wir sassen wieder mit Richard zusammen, da gesellte sich ein anderer Deutscher dazu. Die typische Frage "woher bist du?" wurde mit einem Laecheln beantwortet..."Kreis Offenbach"
ungaublich aber wahr, man trifft jemanden aus Langen in Neuseeeland.. in dieser Gruppe machten wir uns einen lustigen Abend, sassen zusammen, quatschten....
Doch das naechste Chaos bahnte sich an...Birga hatte die erste Stufe uebersehen, es war nass auf der Treppe, Birga fiel.. Sie kam ins Zimmer gehumpelt, war umgeknickt...... wir wickelten den Knoechel, Pascal holte ein Eisakku.. und dann hofften wir dass es besser wuerde.
Heute morgen jedoch war es noch schlimmer. Der Fuss war dick uns blau.. Birga und ich malten uns alle Horrorszenarien aus, angefangen bei wilden Aerzten, die ohne Narkose arbeiten, ueber Amputationen, Brueche, Rueckreise........ als wir nach draussen kamen, standen wir im Schnee. Was sollten wir machen?!
Wir entschieden uns nach Christchurch zu fahren, dort ins Krankenhaus zu gehen.
Bis jedoch der Bus abfuhr, fuhren wir nachmal auf einen Aussichtsberg hoch (die Sicht war beschieden, denn wir standen in einer Schneewolke.....) und machten uns eine gemuetliche Zeit im Cafe.
Jetzt in Christchurch ging es direkt ins Krankenhaus. Ich musste einen Rollstuhl organisieren, packte Birga rein und wir starteten die Tour durch endlose Krankenhausgaenge. Wir warteten.. dann wurde Birga zum X-Ray gefuehrt, ein Roentgenbild sollte klaeren ob etwas gebrochen ist.
Wieder mussten wir warten..wir waren angespannt.
Es schienen Ewigkeiten zu vergehen bis wir zum Arzt gebeten wurden. Er befragte Birga, tastete den Fuss ab........und dann: laechelte er. der Fuss ist nicht gebrochen! Uns fiel ein Stein vom Herzen. Er meinte es sei etwas mit den Baendern, Birga bekam eine Bandage und Creme..... unser Abenteuer kann also weiter gehen!
Gut gelaunt kurvte ich mit Birga durchs Krankenhaus, stets auf der Suche nach dem Exit. Doch statt heraus zu kommen, standen wir ploetzlich mitten in einem grossen Schlafsaal..."Sorry.." Wir mussten grinsen, eine Krankenschwester kam uns laechelnd entgegen, zeigte uns den Weg.
Wieder im Freien fielen wir uns in die Arme..
Im Hostel hier warteten Jana und Luisa, unsere 2 Reisemaedels.. es ist schoen jetzt mal wieder zusammen zu sein! Bis Sonntag werden wir gemeinsam im Hostel sein. Dann geht es fuer uns nach Timaru - die Toamtoes warten.....
Wir hoffen es geht euch allen gut. Wir denken an euch, seid gekuesst*
Lisa und Birga
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